Diese Wanderung über die Dürrenfeldscharte zur Sudetendeutschen Hütte mit
anschließendem Übergang zum Kalser Tauernhaus bequem als Tagestour zu
unternehmen, ist durch die Seilbahnen in Kals und auch durch den Taxiverkehr im
Dorfertal möglich geworden. Wir sollten aber das Wetter beachten, immerhin sind
2 Übergänge, 2800 m hoch, zu überwinden.
Wir haben am Morgen gleich die ersten Seilbahnsessel der "Blauspitzbahn" *) nach oben genommen und stehen an der Bergstation. Die erste Etappe führt zum „Hohen Tor" (2477 m; ca. 1 Std). Wir steigen bis zum „Sudetendeutschen Höhenweg" an, genießen die Fernsicht in die Venedigergruppe und auf den Großvenediger und gehen auf der Westseite des Kammes weiter. Zwischendurch verlieren wir ca. 100 m an Höhe und müssen zum Hohen Tor wieder aufsteigen. Von hier haben wir einen schönen Blick auf den Großglockner und in die Schobergruppe.
Der Steig ist weiterhin gut ausgebaut, quert steile Grashänge, einen kleinen Felsriegel und einige Rinnen, in denen sich im Frühsommer noch Schneereste halten können. Er führt weiter ins „Dürrenfeld", ein großes Schuttkar zwischen Bretterwand- und Kendlspitze. Den Ort Matrei sehen wir 1600 m unter uns liegen.
Dann geht es hinauf zur Dürrenfeldscharte ( 2823 m) und wir erblicken schon die Sudetendeutsche Hütte.
Dahin müssen wir aber noch 200 m absteigen, im oberen Teil über ein glattes felsiges Stück, das mit Drahtseilen versehen ist. Von der Seilbahn bis zur Hütte gehen wir gut 3 Std.
15 min. vor der Hütte stoßen wir aber schon auf den Abzweig mit Schildern
und Markierungen für unseren Weiterweg durch das Schuttkar unterhalb des
Gradetz – Kees und auf den Gradetzsattel (2826), heute schon der 2. Übergang
dieser Höhe. Von hier schaut man schon wieder über das Dorfertal, in das wir
jetzt 1100 m absteigen wollen. Bei der hier oben auch im Sommer häufigen
Schneelage hilft ein großer Steinmann den richtigen Punkt für den Weiterweg zu
finden. Wir müssen noch einige felsige Stufen überwinden, bis sich der Steig
bei der Muntanitzschneid teilt . 
Wir nehmen den rechten absteigenden Pfad (Weg 514), der uns hoch über den Almhütten der „Vorderen Ochsenalm" und noch höher über dem gut erkennbaren Dorfertal – Weg Richtung Kalser Tauernhaus führt.
Nach Überqueren des Steges über den Stotzbach geht es noch 300 m auf einem Zickzack-Weg hinab zum Talboden, den wir ein paar Minuten vom Kalser Tauernhaus entfernt erreichen.
Tour ges. 6 Gehstunden, mit Sudetendeutscher Hütte : +½ Std *)
Geht man die Tour vom Kalser Tauernhaus aus anders herum, ist sie wegen der größeren Anstiege länger, und man sollte eine Übernachtung auf der Sudetendeutschen Hütte erwägen.
*)
Seit dem Bau der neuen Kalser Gondelbahn zum Cimaross ist die
Blauspitz-Sesselbahn im Sommer nur noch eingeschränkt in Betrieb.
Von der Bergstation am Cimaross aus verlängert sich die Wanderung um ca. 1
Stunde.
Man kann aber auch vom Gasthof Taurer aus in ca. 3 Std. direkt die 960
Höhenmeter zum "Hohen Tor" aufsteigen.